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Landschaften, in denen sich Töne bewegen

Zum siebten Mal in Folge öffnete das Staatstheater Wiesbaden seine Spielstätte Wartburg für ein besonderes Experiment: Visualisierte Musik. Studierende des Studienganges Zeitbasierte Medien der Fachhochschule Mainz inszenierten gemeinsam mit dem Komponisten Bernd Leukert und Studierenden der Kompositionsklasse der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt ihre zeitgenössische Interpretation der Romantik unter dem Titel „Sahest Du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens“.

Visualisierte Musik

Egal, ob ein Besucher ins Theater „gelockt“ oder ein Leser für einen Artikel interessiert werden soll, für beide Fälle gilt: Der Umworbene sollte möglichst schnell einen hilfreichen Hinweis darauf erhalten, was ihn erwartet. Dies gilt besonders, wenn es sich dabei um ein Format handelt, das am Theater erst einmal ungewohnt erscheint: Ein Raum voller Musik und bewegter Bilder ohne Handlung. Es muss also eine Art Überschrift oder ein Schlüsselbegriff gefunden werden, der dieses besondere Format umschreibt. Seit Beginn der Verantstaltungsreihe dient uns dafür der erklärende Untertitel: Visualisierte Musik.

In den vergangen Jahren hat sich unsere Interpretation dieses Begriffes durch die Weiterentwicklung des Formats mehrfach geändert. Er kann also sehr gut als Einstieg und Klammer für eine kleine Rückschau auf sieben Aufführungen in den vergangenen Jahren dienen.

„Heimat | Fremde“ (2005)

Die erste Inszenierung im Jahr 2005 war als einmaliges Sonderprogramm in einer Reihe der Musik-Theater-Werkstatt des Staatstheaters Wiesbaden geplant, in der regelmäßig zeitgenössiche elektronische Musik vorgestellt und besprochen wurde. Ernst August Klötzke, der Leiter der Musik-Theater-Werkstatt, hatte die Idee, an diesem besonderen Abend nicht „nur“ Musik vorzuspielen, wie es bei den anderen Veranstaltungen üblich war, sondern zusätzlich eine Visualisierung anzubieten. Er stellte dafür ein circa einstündiges Musikprogramm zusammen und übergab es mir mit der Bitte, für dieses Programm mit meinen Studierenden eine Visualisierung zu erarbeiten. In diesem Kontext kann man leicht verstehen, welche Aufgabe der Begriff „Visualisierte Musik“ am Anfang unserer Entwicklung hatte. Er gab dem Publikum der traditionsreichen Musikveranstaltung ganz lapidar folgenden Hinweis: Diesmal gibt es nicht nur „was“ zu hören, sondern auch „was“ zu sehen.

Die visuellen Arbeiten verstanden sich dabei von Anfang an als „Erweiterung“ der Musik und nicht als „direkte Entsprechung“ oder „bildliche Übersetzung“, wie man es dem Untertitel „Visualisierte Musik“ missverständlich entnehmen könnte. Der Student Manuel van Dyck formulierte den Anspruch an die Bildwelten im Programmheft 2008 folgendermaßen: „Bei diesem Projekt gilt es, mit Licht eine Landschaft zu zeichnen, in der sich der Ton bewegen kann“.

Das Publikum nahm das Zusammenspiel von Bild und Klang dankend an. Der Erfolg der Inszenierung, die unter dem Titel „Heimat | Fremde“ am 12. Februar 2005 aufgeführt wurde, ermutigte uns, weitere Veranstaltungen zu planen. So wurde der Grundstein für einen bis heute nicht abgeschlossenen Prozess gelegt, der das bestehende Konzept ständig hinterfragt, erweitert und verfeinert – und dem Begriff „Visualisierte Musik“ immer neue Interpretationen zufügt.

„Heimat | Fremde“ 12.

Februar, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden
Kompositionen: Jean-Marc Duchenne, Alois Bröder, Patrick Kosk, Alain Savouret, Paul Lansky.
Visualisierung: Ulrike Hülsey, Sven Lipok, Steven Löttgers, Paul Rischer, Jennifer Rohrbach, Matthias Schreiber, Verena Schupp, Andreas Thies,
Künstlerische Leitung: Tjark Ihmels, Ernst August Klötzke.

„Afixation“ (2008)

Auf Grund des imensen Arbeitsaufwandes, der mit einer einstündigen, live aufgeführten Visualisierung verbunden ist, beschlossen Ernst August Klötzke und ich, dass zukünftige Inszesierungen aller zwei bis drei Jahre, als besondere Höhepunkte der Reihe Musik-Theater-Werkstatt stattfinden sollten. Die nächste Veranstaltung wurde deshalb erst im Jahr 2008 realisiert. Bereits in der Vorbereitung stellte sich nun heraus, dass der Abstand (von sechs Semestern) zur letzten Veranstaltung viel zu groß geworden war, als dass man daran anknüpfen könnte. Keiner der Studierenden hatte die damalige Aufführung gesehen, keiner konnte auf den Erfahrungen des Gesehenens aufbauen und demzufolge musste wieder ganz von vorn begonnen werden. So wurde bereits mit der Inszenierung von „Afixation“ am 8. Februar 2008 ein Folgetermin für das kommende Jahr vereinbart. Dieser Turnus „pro Jahr eine Aufführung“ wurde bis heute beibehalten.

Auch inhaltlich gab es bei der Erarbeitung von „Afixation“ eine erste Veränderung. Ernst August Klötzke übergab uns dieses Mal kein fertiges Musik-Programm als Aufgabe. Er übergab uns ca. 6-7 Stunden Musik zur freien Auswahl. Damit war zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben, Musik und Bild einer gemeinsamen Dramaturgie zu unterwerfen und daraus ein einstündiges Programm zu erarbeiten. Oberste Prämisse dabei blieb, dass sich Musik und Bildwelten als eigenständige Partner begegnen. Bilder wurden nicht auf die Musik geschnitten, Musik wurde nicht unter die Bilder gelegt. Aus live aufgeführten Bild- und Tonwelten entstand ein „Begegnungsraum“, dessen höchstes Ziel die wechselseitige Steigerung der Ausdruckskraft war.

„Afixation“ 8. Februar 2008, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden
Kompositionen: Erik Mikael Karlson, Bernd Leukert, Javier Garavaglia, Friedhelm H. Hartmann, Roman Pfeifer.
Visualisierung: Carsten Altmann, Daniel Bagel, Manuel van Dyck, Robert Meyer, Korbinian Vogel, Marcel Senkpiel, Joachim Wahler.
Künstlerische Leitung: Tjark Ihmels.

„Transduktion“ (2009)
Mit der Aufführung „Transduktion“ am 20. Februar 2009 erweiterte sich das Grundkonzept der „Visualisierten Musik“ noch einmal maßgeblich. Unserem Wunsch folgend, den Live-Charakter der Veranstaltung zu betonen, verzichtete Ernst August Klötzke auf den Einsatz von „Tonkonserven“, wie sie bisher verwendet wurden und stellte uns den Kontakt zu Gerhard Müller-Hornbach, Professor der Kompositionsklasse der Hfmdk Frankfurt, und seinen Studierenden her. Von nun an begann ein paralleles Erarbeiten von Musik und Bild. Es entstand ein Dialog im besten Sinne, ohne Führungsanspruch, ohne Moderation. Dass ein solcher Dialog nicht nur im Ergebnis, sondern bereits im Erarbeitungsprozess extrem spannend ist, lässt sich gut nachvollziehen, wenn man sich bewusst macht, dass erst am Ende einer jeden Arbeit ein Ergebnis sichtbar bzw. hörbar wird. Das heißt: Erst zur Generalprobe, als alle Arbeiten abgeschlossen waren, hörten die Visualisten zum ersten Mal die Musik, sahen die Komponisten zum ersten Mal alle Bilder, erst hier wurde sichtbar, ob das Experiment gelang. Die Anspannung, mit der alle Beteiligten in die Aufführung gingen, die Notwendigkeit aufeinander zu reagieren, zu hören und zu sehen, hat die Wahrnehmung der Inszenierung als Live-Erlebnis enorm gesteigert.

„Transduktion“ 20. Februar 2009, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden
Kompositionen: Niels Berentsen, Vasiliky Georga, George Goodman, Valentin Haller, Jarkko Hartikainen, Tun-Yuan Hung, Dragan Simonov.
Visualisierung: Carsten Altmann, Robert Meyer, Korbinian Vogel, Victoria Piechowit, Mathias Kayser, Daniel Goebel, Jan Brauer, Daniel Gehlhausen, Matthias Gathof, Lisa Hauenschild, Bianca Galloy, Claudia Weber, Tobias Schönke, Bruno Schadeck.
Künstlerische Leitung: Gerhard Müller-Hornbach, Tjark Ihmels.

„zerissen an Leib und Seele, nach Dresden zurück“ (2010)
Neben allen musikalischen, bildnerischen und gruppendynamischen Teilaspekten lohnt sich durchaus auch der Blick auf die inhaltlichen Bezüge. Um die bereits vorhandenen assoziativen Betrachtungen der vergangenen Aufführungen noch weiter inhaltlich zu schärfen, entschlossen sich Ernst August Klötzke, Gerhard Müller-Hornbach und ich, der gemeinsamen Arbeit einen inhaltlichen, literarischen Rahmen zu geben: Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“.

Die Aufführung „zerissen an Leib und Seele, nach Dresden zurück“ am 18. Februar 2010 kreiste dem Thema entsprechend sowohl bildnerisch als auch musikalisch um die Schlüsselelemente „Pferd“, „Gewalt“, „Stolz“ und „Ohnmacht“. Das Ende dieser Aufführung wird mir noch lange als einer der emotional beeindruckensten Momente aller bisherigen Aufführungen in Erinnerung bleiben. Zu einer spannungsvollen, leisen Komposition von Dong HeeKim, vorgetragen von einem zehnköpfigen Orchester, wird in einer Projektion ein Pferd zum Schlachthof geführt und erschossen. Mit dem Ende der Komposition – in fast unerträglicher Stille – wird der Kadaver des Pferdes aus dem Bild in die Verwertungshalle geschleift. Das Gefühl von „Ohnmacht“ und „Zorn“, wie es Kohlhaas empfunden haben muss, war physisch im Publikum spürbar. Es baute sich zu einer kollektiven Anspannung auf, die sich erst nach einer Minute Schweigen im Applaus entlud.

„zerissen an Leib und Seele nach Dresden zurück“ 18. und 19. Februar 2010, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden
Kompositionen: Jonathan Granzow, Vasiliki Georga, Valentin Haller, Dong HeeKim, Georg Nikolopoulos, Sina Sadeghpour.
Visualisierung: Daniel Mauthe, Daniel Pfeiffer, Daniel Seideneder
Künstlerische Leitung: Gerhard Müller-Hornbach, Tjark Ihmels.

„Jeder Tag ein kleiner Rausch“ (2011)
Das Jahr 2011 unterbrach die scheinbar kontinuierliche Entwicklung der Reihe „Visualisierte Musik“. Nach zwei Jahren intensiver gemeinsamer Arbeit konnten in diesem Jahr die Kompositionsstudenten auf Grund anderer Projektverpflichtungen nicht an der Inszenierung teilnehmen. Ernst August Klötzke und ich beschlossen daher, noch einmal auf Musik aus der „Tonkonserve“ zurückzugreifen. Es entstand dabei nicht nur ein – wie der Titel bereits verrät – rauschhaftes Programm, sondern auch eine wichtige Begegnung. Der Komponist Bernd Leukert, mit dessen Arbeiten wir uns schon anlässlich der Aufführung „Afixation“ vertraut gemacht hatten, trug auf Einladung Ernst August Klötzkes zu dieser aktuellen Aufführung zwei akusmatische Kompositionen bei: Das neunminütige Stück „Legende“ und das achzehnminütige Werk „Das Pferd frißt keinen Gurkensalat“. Aus den Nachbespechungen zur Aufführung mit Bernd Leukert, Ernst Augsut Klötzke, Gerhard Müller-Hornach und mir, wurden sehr schnell eine Vorbesprechung für die folgenden Inszenierung. Die Entwicklung der „Visualisierten Musik“ hatten einen weiteren „Baustein“ hinzugewonnen.

„Jeder Tag ein kleiner Rausch“ 11. Februar 2011, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden
Kompositionen: Gottfried Michael Koenig, Javier Garavaglia, Bernd Leukert, Karlheinz Stockhausen, Luciano Berio, Henri Pousseur.
Visualisierung: Carsten Altmann, Jona Dinges, Konstantin Eckert, Julian Frees, Kathrin Haase, Sven Haeberlein, Julian Hermann, Aline Koch, Marat Lesnoy, Robert Meyer, Erik Pfeiffer, Isabel Vieira Ruiz, Chris Schlaadt, Markus Spengler, Alexander von Velsen, Seweryn Zelazny.
Künstlerische Leitung: Tjark Ihmels.

„Eben erhalte ich eine Denunziation“ (2012)
Abgesehen von der formalen und inhaltlichen Bereicherung, die eine Zusammenarbeit mit Bernd Leukert für unsere inzwischen vierköpfige Planungsgruppe bedeutete, bot sich auch eine praktische Änderung unserer bisherigen Arbeitsweise an. Denn als freier Komponist war er unabhängig von Semesterzeiten und konnte bereits vorab erste Kompositionen fertigstellen. An diesen Kompositionen konnten sich dann sowohl die Studierenden in Frankfurt als auch in Mainz bei der Entwicklung ihrer eigenen Arbeiten orientieren. Stück für Stück wuchs der von Bernd Leukert angelegte „Grundstock“ zu einem einstündigen Abendprogramm.

Inhaltlich griff die Aufführung „Eben erhalte ich eine Denunziation“, am 10. Februar 2012 auf das Prinzip der literarischen Klammer zurück. Anlässlich des Georg-Büchner-Jahres stellten wir uns „Dantons Tod“ als Thema. „Aufruhr“, „Gewalt“, „Selbstgefälligkeit“ und „Überhöhung“ waren Arbeitsbegriffe, die visuell und akustisch verknüpft wurden. „Trommeln“ (Schlagwerk) als Instrument und „Feuer“ als visuelles Zeichen einer Revolte waren die Ausgangselemente eines durchaus zeitgenössischen musikalisch-bildnerischen Disputs zum Thema „Gerechtigkeit“.

„Eben erhalte ich eine Denunziation“
10. Februar 2012, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden / 17. Februar 2012, 20.00 Uhr, KunstKulturKirche, Frankfurt.
Kompositionen: Bernd Leukert, Hyang A Kim, Xiaobai Liu, Florian Weber, Rouven Hoffmann, Sina Sadeghpour.
Visualisierung: Carsten Altmann, Konstantin Eckert, Aline Koch, Dennis Kubeck, Robert Meyer, Erik Pfeiffer, Chris Schlaadt, Seweryn Zelazny, Marcel Weber.
Künstlerische Leitung: Gerhard Müller-Hornbach, Tjark Ihmels, Bernd Leukert.

„Sahest Du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens“ (2013)
Ein letzter wesentlicher Teilaspekt der Aufführungen soll nicht vergessen werden: Der Einfluss der Architektur. Seit Beginn der Veranstaltungsreihe wurde dem Raum eine prägende Rolle eingeräumt. Es wurden keine Leinwände gespannt – der Raum war und ist die Projektionsfläche. Die Architektur muss deshalb für jedes visuelle Konzept „mitgedacht“ werden. Anfänglich bezogen sich die Planungen ausschließlich auf den Jugendstil-Saal der Spielstätte Wartburg. Inzwischen sind weitere Spielorte hinzugekommen. Im Sommer 2010 gastierte die Aufführung „zerissen an Leib und Seele, nach Dresden zurück“ anlässlich des Offenbacher-Medienfestivals in einer noch benutzten Fabrikhalle. Seit 2012 besteht die Möglichkeit, die Aufführungen jeweils zusätzlich in der Frankfurter KunstKulturKirche Allerheiligen aufzuführen.

Spätestens seit die Inszenierungen in unterschiedlichen Räumen zu erleben sind, wird deutlich, dass der Dialog von bewegtem Bild und Klang während einer Aufführung in Wahrheit als Trialog bezeichnet werden muss. Denn sowohl akustisch als auch visuell unterscheidet sich die Aufführung im langgestreckten Wartburg-Theater-Saal enorm von der selben Aufführung im riesigen Rund der Frankfurter KunstKulturKirche. Allein die Vorstellung des akustischen Wiederhalls im Kirchenraum kann dies verdeutlichen. Gibt es in Wiesbaden eine Empore und viele Winkel und Nischen, die alle optisch ein Rolle spielen , so gilt es, in Frankfurt die geraden unverbauten Wände, vier Säulen und ein Oberlicht in die Arbeit einzubeziehen.

Für beide Architekturen wurde die Inszenierung „Sahest Du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens“ erarbeitet. Die Aufführungen am 14. Februar in Wiesbaden und am 22. Februar in Frankfurt setzten sich inhaltlich mit der Epoche der Romantik auseinander. „Reise“, „Sehnsucht“, „Distanz“ und „Körperlichkeit“ sind die Begrifflichkeiten, um die alle Arbeiten kreisten.

In beiden Vorführungen wurde deutlich, dass sich eigentlich alle unsere Inszenierungen zumindest in einem Punkte der Romantik verbunden fühlen: Wir möchten, dass man selbstvergessen sitzt und und hört und schaut.

„Sahest Du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens“
14. Februar 2013, 20.00 Uhr, Wartburg, Wiesbaden / 22. Februar 2013, 20.00 Uhr, KunstKulturKirche, Frankfurt.
Kompositionen: Bernd Leukert, Hyang A Kim, Jonathan Granzow, Rouven Hoffmann, Sina Sadeghpour, Xiaobai Liu, Ziyuan Guo.
Visualisierung: Moritz Arndt, Jonas Diedrich, Jannik Görger, Philipp Grzemba, Kai Gundacker, Tobias Hartung, Patricia Jankowski, Maria Kirch, Robert Meyer, Mathias Pfeiffer, Chris Schlaadt, Chantal Scherer, Imanuel Spiegel, Lyonel Stief, Laura Weber, Markus Winkler, Seweryn Zelazny
Künstlerische Leitung: Gerhard Müller-Hornbach, Tjark Ihmels, Bernd Leukert.

Schlussbemerkung
Alle beschriebenen Gedanken, Entwicklungen und Aufführungen wären hinfällig, wenn es nicht gelänge, jedes Jahr aufs neue engagierte und motivierte Studierende zu gewinnen, die sich mit ihren Arbeiten und Gedanken einbringen und die darüber hinaus ein Verständnis entwickeln, das der Trialog zwischen Form und Klang und Raum gelegentlich auch Verzicht bedeutet. Dass diese intensive Auseinandersetzung miteinander, mit der Musik, mit dem Inhalt und dem Raum nicht nur Arbeit, sondern auch Freude macht, kann man vielleicht an der Tatsache ablesen, dass viele Studierende an mehreren Aufführungen beteiligt waren. Ein Grund dafür ist zweifellos der enorme Erfahrungsgewinn in vielen Arbeitsgebieten: Dramaturgie, Interaktion, Performance, Schnitt, Ästhetik und Präsentation. Aber auch das Erlebnis einer Aufführung, das Bewusstsein, Teil eines großen Orchesters aus Bildnern und Musikern gewesen zu sein, hinterlässt ein unbeschreibliches Gefühl (das wir regelmäßig in Premierenfeiern ausgekostet haben).

Ich möchte mich deshalb an dieser Stelle bei allen Studierenden ganz herzlich bedanken, die mit uns gemeinsam diesen Prozess vorangetrieben haben. Ich freue mich bereits auf den 14. Februar 2014, dem Termin unserer nächsten Aufführung.

(erschienen in „Forum 1.13 / Das Magazin der Fachhochschule Mainz“, März 2013)